Am 30. Juli ist Welttag gegen Menschenhandel

Am 30. Juli ist Welttag gegen Menschenhandel. Die Vereinten Nationen haben ihn 2013 ins Leben gerufen. Seitdem findet er jährlich statt und macht auf diese oft unsichtbare Menschenrechtsverletzung aufmerksam.

Auch in Deutschland ist Menschenhandel Realität. Das Bundeskriminalamt verzeichnet in seinem Bundeslagebild Menschenhandel und Ausbeutung 2024 insgesamt 576 abgeschlossene Ermittlungsverfahren, darunter 41 wegen Arbeitsausbeutung. Zugleich weist das BKA auf ein erhebliches Dunkelfeld hin. Auch Fachberatungsstellen gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Betroffenen deutlich höher ist, weil viele Fälle unentdeckt bleiben. In der öffentlichen Wahrnehmung steht häufig sexuelle Ausbeutung im Vordergrund, wenn es um Menschenhandel geht. Doch Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung findet in vielen Branchen statt, die unseren Alltag prägen: auf Baustellen, in der Pflege, in der Reinigung, in der Landwirtschaft und im Gastgewerbe. Besonders gefährdet sind migrantische und neu zugewanderte Beschäftigte. Sprachbarrieren, fehlende Kenntnisse über Rechte und Unterstützungsangebote sowie aufenthaltsrechtliche Unsicherheiten tragen dazu bei, dass Ausbeutung lange unentdeckt bleibt. Menschenhandel ist deshalb kein Randphänomen und findet in Brandenburg wie auch in ganz Deutschland statt.

Hier setzen wir mit „Brandenburg aktiv gegen Menschenhandel, Zwangsarbeit und Arbeitsausbeutung“ an. Ausgangspunkt war die Erkenntnis, dass vielerorts noch immer tragfähige Unterstützungsstrukturen fehlen und dem Thema zu wenig Aufmerksamkeit zukommt. Deshalb sensibilisieren und schulen wir Fachkräfte, stärken die Zusammenarbeit zwischen Behörden, Beratungsstellen und Zivilgesellschaft und arbeiten daran, einen funktionierenden Verweismechanismus für Brandenburg aufzubauen.

Der Welttag gegen Menschenhandel erinnert daran, wie wichtig diese Arbeit ist. Ausbeutung findet oft im Verborgenen statt und es braucht gemeinsame Anstrengungen, um sie sichtbar zu machen und wirksam zu bekämpfen.


Quelle (Stand 22.06.2026):
www.bka.de/SharedDocs/Kurzmeldungen/DE/Kurzmeldungen/250828_BLBMenschenhandel.html

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