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Auch in Coronazeiten alle Potenziale am Ausbildungsmarkt nutzen

Beratung der KAUSA-Servicestelle Brandenburg trägt dazu bei, jungen Menschen mit Migrationshintergrund eine Ausbildung zu ermöglichen


Potsdam, 5. Mai 2021.
Ob in der Industrie oder in der Pflege, im Bereich der Dienstleistungen oder im Handwerk: Überall werden Fachkräfte händeringend gesucht – trotz und teilweise auch gerade aufgrund der Corona-Pandemie. Zentrale Voraussetzung dafür, Stellen mit gut qualifizierten Kräften besetzen zu können, ist und bleibt die Ausbildung. Die Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration (kurz: KAUSA) trägt mit ihrer Beratung und Unterstützung dazu bei, junge Menschen mit Migrationshintergrund in Ausbildungen zu vermitteln.


„Junge Leute mit Migrationshintergrund haben es nach wie vor nicht leicht bei der Suche nach einem geeigneten Ausbildungsplatz – sei es, weil es noch sprachliche Hürden zu überwinden gilt oder weil sie mit dem Ausbildungssystem hierzulande noch nicht so vertraut sind. Entscheidend ist, die jungen Leute, die einen Ausbildungsplatz suchen, mit ausbildungswilligen Unternehmen zusammenzubringen. Hier leistet die KAUSA-Servicestelle Brandenburg wertvolle Arbeit“, hob Arbeitsminister Jörg Steinbach hervor. „Wir müssen alles daransetzen, um im Wettbewerb um die besten Köpfe punkten und die Fachkräfte von morgen in Brandenburg halten zu können. Damit das gelingt, ist ein gutes Unterstützungssystem unerlässlich.“


Die KAUSA-Servicestelle Brandenburg berät – während der Pandemie vielfach digital oder telefonisch – von ihren Standorten in Cottbus und Oranienburg aus Brandenburger Betriebe, die Jugendliche mit Migrationsgeschichte ausbilden möchten, und unterstützt bei der passgenauen Besetzung. Gleichermaßen werden Jugendliche und Eltern mit Migrationshintergrund über die hervorragenden Perspektiven informiert, die eine Berufsausbildung in Brandenburg bietet. Das Projekt wird im Rahmen des Programms JOBSTARTERplus aus Bundesmitteln unterstützt und aus Mitteln des Landes Brandenburg kofinanziert. Ziel ist es, die Ausbildungsbeteiligung von jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu steigern und damit die Fachkräftelücke weiter zu schließen.


Das wissen inzwischen viele Betriebe zu schätzen. So zum Beispiel Andreas Pfennig, Geschäftsführer von FORwerk aus Forst, einem Betrieb, der Produkte und Dienstleistungen im Bereich Werbetechnik anbietet: „Wir bilden seit Jahren aus und verfügen über qualifizierte und hochmotivierte Ausbilder. Nicht immer hatten wir aber ausreichend Bewerberinnen und Bewerber, obwohl wir in der Berufsorientierung aktiv sind. Da kam es uns sehr entgegen, dass die KAUSA-Servicestelle uns die Bewerbung eines jungen Iraners empfahl. Hossein zeigte sofort großes Interesse und auch Technikverständnis, das für den Beruf des Zerspanungsmechanikers benötigt wird. Die Servicestelle half uns, den Schriftverkehr mit der Ausländerbehörde schnellstens zu regeln, damit Hossein eine Arbeitserlaubnis erhielt. Es folgte ein vierwöchiges Praktikum, in dem er sich erfolgreich bewährte und unsere Absicht festigte, ihm einen Ausbildungsvertrag zu geben. Sehr hilfreich war die Vermittlung eines Ansprechpartners für Nachhilfe (Assistierte Ausbildung), um Hossein im Fach Mathematik bestmöglich auf den Start in der Berufsschule vorzubereiten. Wir sind froh, dass wir gerade in Hosseins Startphase die beiden KAUSA-Beraterinnen an unserer Seite wussten.”


Auch einen Friseursalon aus Oberkrämer hat die Servicestelle auf dem Weg zu einem neuen Azubi erfolgreich begleitet. Bartholomäus Raschke, Inhaber des Salons Bartholomé, berichtet: „Die Arbeit in unserem Friseursalon ist geprägt von Wertschätzung, Fairness und gegenseitigem Respekt. Das Wohlbefinden unserer Kunden und ein gutes Arbeitsklima liegen uns gleichermaßen am Herzen. Wir bilden schon lange aus, momentan sind es fünf Auszubildende. Die Friseurbranche ist ein Bestandteil der Modebranche. Das setzt eine fortlaufende Weiterbildung voraus, damit unseren Kunden immer die aktuellen Trends, sei es in der Farbpalette oder beim Styling, angeboten werden können. Das macht den Beruf spannend, aber auch fordernd – deswegen ist die Motivation das A und O. Der KAUSA-Berater hat uns einen jungen Mann aus Syrien vorgeschlagen und uns geraten, ein gegenseitiges Kennenlernen durch ein Praktikum zu ermöglichen. Er war überzeugt, dass der 27-jährige sowohl geeignet als auch hoch motiviert sei und voraussichtlich gut zu uns passen würde. Er hat Recht gehabt! 2020 hat er die Ausbildung zum Frisör begonnen, er hat Talent und arbeitet sehr engagiert.“


Hintergrund:


KAUSA startete Ende 2017und hat Beratungsstellen in Cottbus und Oranienburg. Das mehrsprachige Team berät landesweit. KAUSA ist Teil des Ausbildungsstrukturprogramms JOBSTARTER beim Bundesinstitut für Berufsbildung. In Brandenburg ist die Servicestelle auf Initiative vom DGB Bezirk Berlin-Brandenburg und der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) entstanden und wird von deren Bildungsinstitutionen „ARBEIT UND LEBEN Berlin-Brandenburg DGB/VHS“ und die bbw Akademie für Betriebswirtschaftliche Weiterbildung umgesetzt. Die Servicestelle kann auf umfangreiche Erfahrungen und Netzwerke im Land Brandenburg zurückgreifen. Interessierte Betriebe sowie Jugendliche und Eltern mit Migrationshintergrund können unter folgenden Adressen Kontakt aufnehmen und kostenfreie Beratung in Anspruch nehmen:


KAUSA-Servicestelle Brandenburg

Projektleitung: Charlotte Kruhøffer
Standort Cottbus 
Sandower Straße 6
03046 Cottbus
Tel.: 0355 301085-14 oder -15

Standort Oranienburg
Berliner Str. 119-125 (Eingang F)
16515 Oranienburg
Tel.: 03301/ 57 72 712

Link zur Pressemitteilung 


https://kausa-brandenburg.de/